Wenn Menschen ins Krankenhaus müssen, dann befinden sie sich meist in wirklicher Not.
Oder aber, wie in meinem Fall, lassen sie sich untersuchen, ob zum Beispiel der Nierentumor größer oder aber auch kleiner geworden ist. Sie scheuen die Untersuchungen nicht, um heraus zu bekommen, ob die Lungenbläschen nun größer oder gar kleiner geworden sind.
Und scheuen sich nicht eine Darmspiegelung auf sich zu nehmen, um heraus zu finden, woher das viele Blut im Stuhl kam. Und auch die unangenehme Magenuntersuchung mit dem Schlauch, wird auch hingenommen.
Nun, ich war in der Uniklinik Salzburg in der ersten Allgemeinen und musste 3 Wochen auf mein freies Bett warten. Als ich nun am Pfingstmontag um 1500 Uhr bereits halb nüchtern ankam, ahnte ich noch nicht, was da alles auf mich zukommen würde.
Ich ahnte nicht, dass ich in eine Krankenstation kam, die es in sich hatte. Im positiven Sinne genau so, als wie im negativen.
Ich will gleich einmal mit den weniger erfreulichen Dingen anfangen.
Da lag im Zimmer 13, ein Mann angehängt an vielen Schläuchen, der angeblich in ein Messer „gefallen“ war. Es machte ihm offensichtlich besondere Freude, die (Diplom - Krankenschwestern und Krankenpfleger) DKS und DKP gründlich auf die Probe zu stellen in deren Geduld.
Uns die anderen Mitbewohner des Zimmers nahm er offenbar gar nicht wahr, denn er hatte das Fensterbett und wachte darüber, dass das Fenster ja nicht geöffnet wurde, denn ihm war dann sofort sehr kalt.
Ich beschreibe es bewusst sanft, was da alles geschehen ist.
Vom frühen Abend weg schiss er mehrmals bewusst und absichtlich ins Bett, obwohl ihm immer wieder freundlich gesagt wurde, dass wenn er mal musste, er nur zu läuten bräuchte, und er Hilfe für den Stuhlgang bekommen würde.
Der Stuhl stand bereits an seinem Bett, es musste nur der Topf darunter gehängt werden und ihm in den Stuhl geholfen werden, was in den folgenden Tagen, auch täglich mehrmals geschah.
Er hatte auch große Lust sich im Bett anzupinkeln und von der Seite her gesehen, ergoss sich mehrmals der Springbrunnen über sein Bett und er machte keine Anstalten, die Schwestern zu rufen.
Er sollte auch das Bett nicht verlassen, denn er hing am „Tropf“ und was machte er, er spazierte wackelnd durch die Station, am sehr frühen Morgen, um sich Tee zu holen und das, weil er sagte, das Frühstück zu spät gebracht wurde.
Der Gestank im Zimmer war fürchterlich und die Schwestern, die Nachtdienst hatten, wechselten in der ersten, wie in weiteren Nächten auch, mehrmals die ganze Bettwäsche.
Und Eines gleich vorweg: sie wurden nie ungeduldig mit ihm.
Mit Worten wie „was haben Sie denn da wieder gemacht Herr S.“ oder „sie sollten doch im Bett bleiben, wir bringen Ihnen doch alles“ oder „wir helfen Ihnen auf die Toilette zu kommen“, „bitte läuten Sie“ kamen sie an, räumten den ganzen stinkenden Dreck weg und wuschen jeweils den Patienten im Bett und im Bad.
Was die anderen Patienten da dachten war ihm offenbar wirklich egal.
Die erste Nacht habe ich auf dem Gang verbracht, denn diesen Stress und den Gestank wollte ich mir wirklich nicht antun.
Die zweite Nacht war erst ab 0200 bis um halb 5 Uhr Ruhe und da konnte ich auch im Zimmer fast ohne frische Luft schlafen und in der dritten Nacht brachte ich es wegen diesem Menschen immerhin auf 5 Stunden Schlaf.
Natürlich habe ich mich höflich, andere weniger höflich beschwert, aber mir und Anderen wurde gesagt, dass für den Patienten kein anderes Bett frei war. Und das mussten wir also hinnehmen.
Es ist ja auch ein Krankenhaus, ein Ort wo Kranke sind und wenn man nicht aufpasst, es leicht möglich ist, dass man noch kranker wird, als man es ohnehin schon ist. Anders würde es Gesundenhaus heissen.
Und nun der Gipfel von Arroganz und Frechheit und Ignoranz, vor Allem gegen die diensthabenden Schwestern und Pfleger der Station: da taucht tatsächlich eine wirklich fette, also fast mehr breite als große, mir sehr unsympathische Mitarbeiterin eines Vereines für die Patientenmisshandlung oder so ähnlich auf und gerade als diese in das Zimmer hereinkam, hörten wir ihn wieder genüsslich ins Bett scheißen und der Springbrunnen war deutlich zu sehen.
Und die sagte ihm, dass sie die Schwestern und Ärzte hin hängen würden, dass sie ihn in seinem Dreck liegen ließen, ohne was zu tun und so weiter.
Und das, nachdem er geschlagene 3 Tage und Nächte das Personal schikaniert und verarscht und auf Niemanden Rücksicht genommen hatte.
Und dieses Personal trotzdem immer und immer wieder freundlich geblieben war, sie haben sich von diesem Menschen nicht aus der Ruhe bringen lassen, obwohl er so ein A…....... war. (Verzeihung! - den Ausdruck können Sie sich selbst dazu denken).
Liebe Schwestern und Pfleger von der 1. Allgemeinen in der Uniklinik Salzburg, wenn es einen Preis gäbe, für Güte und Geduld, gepaart mit Kompetenz und Freundlichkeit, verbunden mit raschem Handeln, Ihr hättet ihn in der ganzen Zeit, wo ich da gewesen bin, mehr als einmal verdient!
Ich zolle höchste Achtung und Respekt, bewundere Euch als Menschen im Dienst am Nächsten, sage so Danke für Alles.
Macht weiter so. Lasst Euch von solchen Menschen nicht demotivieren.
Danke vielmals.
Und an den Primarius Univ. Prof. Herrn Dr. Frieder Kerr gerichtet: alle Achtung für so viel Kompetenz in der Auswahl und Zusammenstellung des Pflegepersonals der Krankenstation. Danke auch Ihnen, dass Sie sich die Zeit genommen haben, einmal vorbei zu schauen. Danke.
Ein weiteres denkwürdiges Ereignis war für mich, wie der behandelnde Arzt mit dem Datenschutz und der Freiheit auf die Würde eines Österreichischen, Europäischen Staatsbürgers umgeht.
Ich hoffe, das ist nicht der Regelfall, denn dann wäre es mit den Persönlichkeitsrechten der mündigen Patienten, auf der Uniklinik Salzburg ganz im Argen.
Ich war in die Station gekommen, um feststellen zu lassen, woher das viele schwarze Blut bei mir im Stuhl und woher die Müdigkeit kam. Ich hatte ernstlich Sorgen, dass mit meinem Darm wieder was nicht stimmte, was vor bereits über 12 Jahren einmal in Deutschland, der Fall war.
Damals wurden Polypen dem Darm entnommen und diese stellten sich als bösartig heraus. Ich sollte gleich in Behandlung und operiert werden und die ganze übliche, medizinisch technische Geschichte, ich habe mich aber dem Allen widersetzt und habe den Bösewicht in meinem Körper selbst auf natürliche und schonende Weise ausgeheilt, wie dies der letzte Befund im LKH Villach im Jahre 2009, nach über fast 10 Jahren Eigenbehandlung, bestätigte.
Diesen brachte ich auch in die Uniklinik mit und ich kam mit der Bitte festzustellen, was sich nun verändert habe, zu 2009.
Mein behandelnder Arzt war natürlich ein ganz gründlicher Mensch.
So einer, wie ich mir einen Arzt wünschen würde, wenn ich mich nicht mehr bewegen und verständigen könnte und ich ein Notfallpatient, knapp vor dem Exitus, gewesen wäre. Aber so war die Situation in meinem Fall aber nicht.
Da kam er doch gleich am ersten Tag, noch vor meinen Behandlungen an und teilte mir mit, dass er auf der Uniklinik in Erlangen und in der Waldklinik angerufen hätte und die mich nicht gekannt haben sollen und meinte, „dass da was nicht stimmte.“ Und ob es mir möglich sei, gleich die alten Befunde zu beschaffen und als ich sagte, dass das mindestens einen Tag dauern würde und ich halt durch die Weltgeschichte fahren müsste um diese zu beschaffen, ließ er davon ab.
Es sollten ja offensichtlich das Bett und die vielen Behandlungen nicht gefährdet werden, denn davon lebt auch die Uniklinik in Salzburg, um es salopp zu formulieren.
Er unterstellte mir also, dass ich ein Lügner sei. Eine jedem Patienten dienliche Diagnose, der Rat und Hilfe sucht in einer Universitätsklinik.
Es ist mir schon klar, dass es einem mechanistisch denkendem Arzt äußerst zuwider sein muss, wenn Patienten in natürlicher Weise, mit Kräutern und Änderung der Lebens- und Essgewohnheiten, ohne Stress nach 12 Jahren Verzicht auf Genussmittel wie schwarzem Tee, Kaffee einen bösartig verseuchten Darm wieder so spiegelfrei hin bekommt, wie bei mir diagnostiziert.
Und dass mich damals vor 12 Jahren die diagnostizierenden Ärzte einfach in die Selbstbehandlung ziehen ließen, konnte er auch nicht begreifen.
Das war ihnen (meinen damals behandelnden Ärzten) auch schon ein sehr krasser Fall, als ich mich deren Behandlungsmethoden einfach entzog.
„Ein Arzt muss ja Leben retten...“
In meinem Fall übernahm ich, wie vor meinen Untersuchungen in der Uniklinik Salzburg in 2011 auch, schriftlich meine Selbstverantwortung.
Die Verantwortung über die Risiken und Folgen, die entstehen konnten, wenn bei der Untersuchung ein Fehler passieren würde mit allen Konsequenzen für mich, musste ich auch hier unterschreiben. Das ist so üblich und schützt die behandelnden Ärzte vor unnötigen Klagen Betroffener, zu Recht oder zu Unrecht, das sei dahingestellt.
Das ist eben so.
Zu meiner Kritik: hat ein Patient nicht das Recht zu erfahren, welche Daten Ärzte so einfach per Telefon über sich erfragen können und auch anscheinend anstandslos erhalten?
Und wäre es nicht angebracht, - vor einer solchen, ich nenne es für mich eine Datenschutzverletzung und die Verletzung meiner Würde als Person,
- also wäre es nicht angebracht den Patienten, wenn er bei vollem Bewusstsein ist, vorher um die Erlaubnis der Einholung von Daten zu fragen, wie das sonst in ganz Europa so üblich ist?
Damit Sie mich nicht falsch verstehen, - wenn ich ein Komapatient wäre und Angehörige für meinen Arzt nicht schnell genug erreichbar wären und eine akute, lebensbedrohende Situation ein solches Handeln erfordern würde – ich wäre als Patient überglücklich, so einen gewissenhaften, voraussehenden und verantwortungsvollen Arzt zu haben.
Aber das trifft bei mir nicht zu.
Meine Selbstbehandlung und das Ergebnis sprechen für sich selbst, das musste auch der „liebe Gott in Weiß“ ( ;-) )Univ.Prof. Dr. Frieder Kerr zugeben, dem ich hier mein Danke ausspreche, mich mit eben diesem behandelnden Arzt in der Visite besucht zu haben.
Ich konnte diesen im Beisein des behandelnden Arztes auch dafür gewinnen, meine kleinen festgestellten Mängel weiter selbst zu behandeln und vielleicht in einem halben Jahr kontrollieren zu lassen, ob auch da eine merkliche Besserung, wie bei meinem Nierentumor und meinen Lungenbläschen festgestellt, eingetreten ist.
Ich unterstelle meinem behandelnden Arzt bestes Wollen, aber er sollte sich auf diesem Wege sagen lassen, dass nicht alle Patienten im Koma und unmündig im Krankenhaus ankommen. Dass der Patient ein mündiger Mensch mit Menschenrechten ist und ich darauf bestehe, dass diese, was mich und meine Lieben betrifft, auch respektiert und eingehalten werden.
Und wenn er mich vorher gefragt hätte, ob er meine Daten abfragen dürfte, was ich ihm auch gerne unterschrieben hätte, dann wäre die Sache ganz anders gelaufen.
Aber um es abzurunden: ich bin mit dem Gedanken ins Krankenhaus gekommen, um meinen „IST-Status“ meiner Gesundheit feststellen zu lassen.
Und dieser wird meiner Meinung nach nicht von Diagnosen, die bereits 12 Jahre zurückliegen bestimmt. Wir schreiben das Jahr 2011 und nicht 1998.
Ich unterstelle allen Ärzten jede Motivation den Menschen zu dienen und zu helfen, wo es möglich und unmöglich erscheint, aber die Würde des Menschen und das Recht der persönlichen Freiheit auf Preisgabe von Daten aus vergangenen Zeiten, sollten dabei bitte schon berücksichtigt werden.
Soweit die negativen Erfahrungen meines Aufenthaltes.
Es gab aber einige wirklich gute bis sehr gute Dinge, die ich Ihnen auch nicht vorenthalten will.
Zum Essen: für ein Krankenhaus sehr gut.
Auch die Einrichtung, sich jederzeit selbst einen Tee holen und machen zu können, ist erwähnenswert.
Die Frauen, es sind soweit ich bemerkt habe nur Frauen, die sich um die Sauberkeit der Zimmer und die sanitären Einrichtung kümmern, verdienen ebenfalls ein dickes Lob. Obwohl am Pfingstmontag kein Papier in der Toilette auf dem Gang war um sich die Hände trocken zu reiben und auch ansonsten in dieser Toilette kein Klopapier befand, -aber das war die Ausnahme, das kann nach einem langen Wochenende schon vorkommen-, sollte aber nicht.
Die Zimmer wurden täglich mehrmals kontrolliert und es wurde im Bedarfsfall gewischt und gereinigt, selbst bei oben erwähntem Menschen und seinem menschenunwürdigen Verhalten, wurde alles unternommen, um das Bad und die Toilette im Zimmer sauber zu halten.
Danke liebe Reinigungsfrauen für Eure Arbeit, wirklich Dankeschön !
Und nun noch einmal zum Pflegepersonal:
Es gibt leider keinen Preis für besondere Geduld, er müsste für Euch geschaffen und Euch verliehen werden, nicht einmal, auch nicht zwei Mal, nein, für jeden neuen Tag!
Gäbe es eine Auszeichnung für Freundlichkeit zu dieser Geduld, auch der wäre Euch sicher.
Dabei, so meine Beobachtung, war kein Unterschied festzustellen, ob die Patienten freundlich oder unfreundlich waren.
Für Euch sind wir Patienten in jedem Fall eine persönliche Herausforderung, die Ihr mit viel Liebe annehmt.
Bei Euch habe ich gespürt, dass eine Jede, ein Jeder den Beruf als Berufung ansieht, anders ist Euer dem Kranken so dienliches Verhalten nicht zu erklären.
Danke für Alles an Euch in der Universitätsklinik Salzburg in der Allgemeinen für Innere Medizin 1.
Vielen Dank,
Gerald Holzschuh